Ev.-Luth. Kirchgemeinde Netzschkau

Schlosskirche Netzschkau

Die Schlosskirche in Netzschkau wurde nach knapp 2½-jähriger Bauzeit am 18. Oktober 1840 geweiht und ist im Stil des Spätklassizismus gestaltet. Mächtige Rundsäulen prägen den Innenraum, die die zweigeschossigen Emporen an den Längsseiten des Kirchenschiffs und die gewölbte Decke tragen.

Der große Kanzelaltar mit dem vergoldeten Gottesauge im Strahlenkranz enthält als wertvollsten Schmuck eine aus der alten Schlosskapelle übernommene Alabasterplastik aus dem Jahre 1659 des Bildhauers Johann Böhme aus Schneeberg mit der Darstellung des Abendmahls.

Um 1908 erhielt die bis dahin recht schmucklos wirkende Kirche zahlreiche buntverglaste Fenster mit biblischen Motiven.

Während der Zeit des Nationalsozialismus – besonders in den Jahren 1933 bis 1935 – standen sich auch in unserer Gemeinde „Deutsche Christen“ (Christenkreuz und Hakenkreuz) und „Bekennende Christen“ (Christus allein ist unser Herr) unversöhnlich gegenüber. Zeitweise war die Schlosskirche für die „Bekennenden Christen“ und ihre beiden Pfarrer Gotthold Tzschucke und Johannes Schwartze sogar gesperrt. Gräfin Frida von Schönburg-Glauchau stellte sich jedoch hinter die Bekenntnisgemeinde und ermöglichte in dieser Zeit Gottesdienste im Schlosshof. Über mehrere Wochen versammelte sich eine große Gemeinde unter freiem Himmel vor einem mächtigen Kreuz aus Eichenholz, das heute an der östlichen Längsseite der Schlosskirche befestigt ist und an die „Kirchenkampfzeit“ erinnert.

Die Kirchenglocken wurden während der beiden Weltkriege beschlagnahmt und eingeschmolzen (1917 und 1942). Das heutige Geläut (4 Stahl-Hartguss-Glocken) stammt aus dem Jahr 1948.

Hinter dem großen Orgelprospekt der einstigen Eule-Orgel befindet sich seit 1981 ein zwei-manualiges Orgelwerk aus der Gemeinde Deutzen bei Borna, die ihr Gotteshaus durch den Braunkohletagebau verlor.

Immer wieder wurden umfangreiche Sanierungs-, Instandsetzungs- und Modernisierungs-Maßnahmen an und in der Schlosskirche ausgeführt – zuletzt 2019: Restaurierung der kompletten Außenfassade.

So hat jede Generation ihren Teil dazu beigetragen, dass unsere Kirche über fast zwei Jahrhunderte hinweg vor allem eins geblieben ist: ein Ort der Begegnung mit Gott und der Gemeinschaft untereinander.

Dorfkirche Brockau

„Es wäre doch wirklich eine große Erleichterung für alle, wenn wir nicht Sonntag für Sonntag bei jeder Witterung den langen und beschwerlichen Weg nach Elsterberg auf uns nehmen müssten, um dort am Gottesdienst teilzunehmen“ – dachten sich die knapp 1.000 Brockauer Einwohner Ende des 19. Jahrhunderts und planten fortan den Bau eines eigenen Gotteshauses.

Entstanden ist eine Dorfkirche von beachtlicher Größe (Grundriss 26,5 m  x  15 m, Turmhöhe 36 m), errichtet im neoromanischen Baustil. Die Kirchweihe fand am 17. März 1901 statt.

Die Gestaltung des Innenraums ist von zahlreichen Merkmalen des Jugendstils geprägt, sichtbar z. B. an der bunt bemalten Kassettendecke, die noch im Original erhalten ist, dem Leuchter und den Emporen.

1934 erhielt die Kirche eine neue Orgel der Firma Eule, Bautzen. 1944 wurde die Kirchgemeinde Brockau endgültig aus der Muttergemeinde Elsterberg ausgegliedert und in die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Netzschkau eingepfarrt.

Dass den Brockauern und den Bewohnern der umliegenden Dörfer „ihre Kirche“ schon immer ganz besonders am Herzen lag, zeigte sich bereits bei der Errichtung des Gotteshauses. Nicht nur ein beträchtlicher Teil der Baukosten wurde durch Haussammlungen und Spenden selbst aufgebracht, auch zahlreiche Ausstattungsgegenstände sind von den örtlichen Vereinen und Verbänden gestiftet worden, so z. B. die Abendmahlsgefäße, der Taufstein und die Turmuhr.

Diese Verbundenheit ist bis heute geblieben. Selbst in schwierigen Zeiten gab es immer genügend Leute, die sich mit „helfender Hand“ und finanziellen Mitteln für den Erhalt der Brockauer Dorfkirche eingesetzt und engagiert haben mit dem Ziel, Menschen von der frohen Botschaft zu begeistern.

Ev.-Luth. Kirchgemeinde Netzschkau
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